Das dritte Album von Los De Abajo hieß schlicht „Latin Ska Force“. Und mehr müsste hier eigentlich nicht stehen. Denn: Los De Abajo aus Mexiko-Stadt sind die Latin-Ska-Kraft Lateinamerikas, die schnelle Eingreiftruppe an den brenzligsten Orten der Welt, die Blauhelme mit der zackigsten Blechblasfraktion. Dass „Latin Ska Force“ zudem eine selbst und unabhängig veröffentlichte Albumpressung war, die 2003 allein über untergründiges Direktmarketing über 20.000 Kopien erzielte, sagt viel über Los De Abajo: Sie sind nicht nur Latin und Ska, sondern immer eine politische Eingreiftruppe, Teil einer internationalen Graswurzelbewegung, die über Ska, Salsa und Pogo Demos auf der ganzen Welt den nötigen Chili-Kick geben will, auf dass Proteste auch heiß und gut gelaunt bleiben. Nicht umsonst stammt der Bandname von dem Roman „Die Rechtlosen“ (Los de Abajo) von Mariano Azuela, einem Klassiker der revolutionären mexikanischen Literatur.
In dieser sozialaktivistisch bewegten Fraktion waren sie auch Mitte der 90er Jahre schon zu Hause, als sie in Mexiko durch die Straßen und Clubs tingelten und gern auf jeder politischen Versammlung für Stimmung sorgten. Breitere Aufmerksamkeit oder gar ein Plattenvertrag erschienen bei einer derart kompromisslosen Grundeinstellung mangels Vermarktbarkeit so ziemlich ausgeschlossen, obwohl sie schon damals mit einer extrem schwungvoll und treibend gestrickten, von The Clash inspirierten Salsa-Punk-Version auftraten. 1998 schließlich meldete sich doch ein Label, David Byrnes Luaka Bop aus New York, das schließlich die ersten beiden Alben der Combo produzierte und ihnen auch die Tore zur weltweiten Öffentlichkeit aufstieß. Diese Öffentlichkeit bedeutete aber in keiner Weise, dass Los De Abajo sich nun einem vermeintlichen internationalen Globalisierungsschonwaschgang aussetzten. Ganz im Gegenteil, sie nutzen die Aufmerksamkeit, um ihre politische Botschaft nun eben einer noch viel zahlreicheren Zuhörerschaft auf die Ohren und in die (Tanz-)Beine zu packen und mit zahlreichen ähnlich gesinnten Kollegen zusammenzuarbeiten, von Panteón Rococó über Maldita Vecindad bis Desorden Público.
2003 erhielt die inzwischen von vier auf acht Mitglieder vergrößerte Band den BBC World Music Award und zog im selben Jahr durch Festivals in ganz Europa, unter anderem auch – natürlich – die Kulturarena. 2004 waren sie nochmals hier zu Gast, bevor die obligatorische Tour durch Mexiko folgte, bis heute für die Band eine unverzichtbare Hausmacht und Austragungsort ungezählter politisch-musikalischer Kundgebungen. 2009 erschien eine neue internationale Veröffentlichung, „Actitud Calle“, produziert zusammen mit der amerikanischen Electro-Musikerin Sandy Hoover. Und mit all ihrem Anspruch, wieder die Straße erobern zu können, sicher ein würdiges Ausrufezeichen zum Ende der Kulturarena. Denn wo findet echte Kultur statt, wenn nicht auf der Straße!
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Odisea Laida Valenzuela Lavin – Gesang, Posaune
Pavel Arellano Sandoval – Dj, Samplers
Emiliano Vladimir Lovera Garnica – Gitarre
Javier Aguilar Zuñiga – Perkussion
Yocupitzio Francisco Acosta Arellano – Schlagzeug
Hugo Edgar Chavez – Bass, Gesang
Mauricio Reyes Diaz – Gitarre, Gesang, Flöte, Saxofon
Heliot Sedeno Mendiola – Posaune
Giadira Edne Barrenechea Gudiño – Saxofon
Said Alfredo Cuevas Cruz – Trompete
Canek Cabrera Morales – Gesang, Trompete
Daniel Vallejo Novoa – Saxofon
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Sonntag 22. August 2010, 20:00 Uhr, Theatervorplatz
VVK (voll) 5,00 EUR (erm.) -,– EUR
AK (voll) 5,00 EUR (erm.) -,– EUR
Jokerkarten gelten
Tickets sind über die Ticket-Hotline der Kulturartena unter
+49 (0) 3641 49 80 60 oder im Online-Ticket-Shop erhältlich.








