Es gibt zum Glück noch ein paar heftig-deftige Musikrichtungen, in denen altgediente Kämpen den Jungen regelmäßig vormachen, wo in Sachen Dance-Skills der Hammer hängt. Wer einmal eine „Soul Train“-TV-Show der 70er Jahre gesehen hat, in denen schlaghosenschwingende Tänzer zu exaltierten Bläsergrooves aufs Geschmeidigste die Hüften schwingen, der weiß: Der Soulfunk ist eindeutig eine solche Sparte und Fred Wesley samt seiner druckvollen Posaune bis heute einer ihrer heimlichen Fürsten. Solches wird man in Fred Wesleys Fall durch den Godfather of Soul persönlich, Mr. James Brown. Mit Brown verband Wesley eine jahrzehntelange Partnerschaft, vom Mitglied der messerscharfen Brown-Rhythmusgruppe bis hin zum waschechten Leader der Brown-Band The JBs. Diese Jahre begründeten auch Wesleys Ruf als umtriebigster Sideman der Musikgeschichte, einer, der samt seiner Posaune auf Tausenden Platten zu hören ist, aber immer eben – unsichtbar, als Sideman, Mitspieler und Partner. Doch Fred Wesley scheint dieser Ruf in keinster Weise zu stören. Ihm stand nie der Sinn nach der exaltierten Showkunst eines George Clinton oder eben eines James Brown, er produzierte lieber unermüdlich und präzise die schneidendsten Bläserrhythmen seit Charlie Parker und spielte sich damit in die Herzen und Tanzbeine seiner Zuschauer wie auch Kollegen. Ob Ike und Tina Turner oder Ray Charles, ob George Clinton, Count Basie, Lionel Hampton, Randy Crawford, Bootsy Collins oder Van Morrison – mit allen stand Fred Wesley auf der Bühne und allen drückte er seinen unverwechselbaren Stempel auf.
Der unermüdliche Austausch, die neugierige Zusammenarbeit mit Musikern in aller Welt hält bei Wesley zum Glück bis heute an. Sei es durch seine langjährige Lehrtätigkeit als Professor für Jazzmusik oder durch Kollaborationen mit Hiphop-Legenden wie De La Soul, Rappern wie Usher, Klezmerklarinettist David Krakauer oder Fusion-Hiphopper Socalled. Kurz, Mr. Wesley scheint auch im Rentenalter fit wie ein junges Reh und neugierig wie ein Guppy. Da wundert es nicht, dass er auch für seine aktuelle Tour wieder fast ein ganzes Baseballteam eingefleischter Musiker begeistern konnte, teilweise junge Kollegen, teilweise alte Kämpen und James-Brown-Kollegen, die als The New JBs eine gehörige „Jazz-Funk-Explosion“ anrichten werden. Um mal wieder der Welt zu zeigen, wo der Hammer hängt in Sachen Dance. Immer ganz geschmeidig.
Die Besetzung:
Fred Wesley – Posaune
Bruce Cox – Drums
Dwayne Dolphin – Bass
Peter Madsen – Piano und Keyboard
Reggie Ward – Gitarre
Chris Andrews – Saxophon
Gary Winters – Trompete
Barney McAll – Piano und Keyboard
Joel Johnson – Gitarre
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Samstag 24. Juli 2010, 20:00 Uhr, Theatervorplatz
VVK (voll) 12,00 EUR (erm.) 09,00 EUR
AK (voll) 14,00 EUR (erm.) 11,00 EUR
Jokerkarten gelten
Tickets sind über die Ticket-Hotline der Kulturartena unter
+49 (0) 3641 49 80 60 oder im Online-Ticket-Shop erhältlich.








