Wenn die fünf Herren sich in ihre schwarzen Sakkos werfen und mit blank gewienerten Schuhen jazzige Rhythmen klopfen, könnte man denken, ach ja, so wars wohl damals in den 50ern, als man aus kantigen Hochhäusern auf Straßenkreuzer herab blickte und des Nachts im pickepackevollen Jazzclub einen Manhattan schlürfte, während auf der Bühne Cannonball Adderley sich die Seele aus dem Leib blies. Goldene Jazz-Zeiten eben. Und in der Tat, das war auch das Bild, das Herrn Tuomas Kallio in etwa vorschwebte, als er vor einigen Jahren zusammen mit dem finnischen Produzenten Antti Eerikäinen und einigen Kollegen ins Studio ging und zwei klassische Vinyl-Singles herstellte, die den druckvollen Sound der Miles-Davis-Ära in die Gegenwart transportierten. Das Ergebnis schlug in Helsinki ein wie eine Bombe, und Kallio und Konsorten sahen ein: das muss fortgesetzt werden. Vorhang auf also für das Five Corners Quintet. Das war 2003. Was aber die fünf Herren und Komponist Kallio heute produzieren ist keineswegs ein sich in längst verlorene Zeiten zurück träumender Oldie-Sound. Nein, Five Corners sind knackige Postmoderne im Hardbop-Look. Denn erstens stammen sämtliche Mitglieder der Band aus Finnland, das schon immer berühmt war für seine exaltierten musikalischen Experimente. Und zweitens sind die Songs durchweg Eigenkompositionen, keine Standards, basierend allerdings auf dem amerikanischen Traum der Nachkriegsära, von Freiheit, von wilder Begeisterung und endloser schweißgetränkter Ekstase in dunklen Jazzkellern. Sie haben alle ihren Jack Kerouac gelesen. Aus diesem Material schließlich entfachen die Herren Teppo Mäkynen Timo Lassy, Jukka Eskola, Mikael Jakobsson und Antti Lötjönen mit dem soliden Handwerk einer klassischen Besetzung das Feuer der klassischen Jazz-Moderne ganz neu, mit Stil und Verve und blank gewienerten Schuhen.
Inzwischen, man ahnt es, ist das Five Corners Quintet damit der unbestrittene Star des finnischen Club-Jazz, und als solcher auch längst auf der internationalen Bühne angekommen. Mit ihrer aktuellen, zweiten Platte haben sie sich auch selbst weiter bewegt, „Hot Corners“ zollt mehr noch als der eher dem Cool Jazz verpflichtete Erstling „Chasin’ the Jazz Gone by“ der wilden Zeit des Rockabilly und der Beatniks Tribut. Songs wie „Hot Rod“ oder „Kerouac Days in Montana“ sind rockende Jazznummern, die vom swingenden Bigbandsound so weit entfernt sind wie die Beat Poets vom Unterhaltungsroman. Für dieses Vorhaben konnten sie sich sogar die Mitarbeit der Legende Mark Murphy sichern, der seit den 50er Jahren als der Frank Sinatra des Jazz gilt, und mit seinen Zusammenarbeiten mit Bill Evans und anderen eben jene Ära mit geprägt hat, die heute von den Five Corners beschworen wird.
.
Timo Lassy – Saxophone
Jukka Eskola – Trompete
Mikael Jakobsson – Piano
Antti Lötjönen – Bass
Teppo Mäkynen – Schlagzeug
.
| Samstag, 22. August 2009, 20:00 Uhr, Theatervorplatz | |||
| VVK voll | VVK erm. | AK voll | AK erm. |
| 9,00 € | 7,00 € | 11,00 € | 9,00 € |
.
Hier Tickets für die Kulturarena bestellen: TicketShop der Kulturarena
.
Homepage von The Five Corners Quintet
MySpace Profil von The Five Corners Quintet
.







